Der Begriff Kriterienkontamination steht für einen methodischen Fehler in Validitätsuntersuchungen.
Führungskräfte, die in Assessment Centern als Beurteiler mitgewirkt und einen Kandidaten positiv beurteilt haben, werden dies bei einer Monate oder Jahre später anstehenden Mitarbeiterbeurteilung bezüglich des ehemaligen Kandidaten erinnern. Und ihre Erinnerung an das damalige Abschneiden wird das Entscheidungs- oder Urteilsverhalten mitbestimmen.
Dient diese Mitarbeiterbeurteilung in der Kriteriumsvalidierung eines Assessment Centers als Außenkriterium, kommt es zur Kriterienkontamination: Der korrelative Zusammenhang zwischen den Assessment Center-Ergebnissen einerseits und dem Kriterium andererseits wird künstlich in die Höhe getrieben. Denn das Ergebnis hat die Mitarbeiterbeurteilung - jedenfalls teilweise - determiniert und wird quasi mit sich selbst korreliert. Der auf diese Weise nach oben verzerrte Validitätskoeffizient weist das Assessment Center fälschlicherweise als valide aus.
In zahlreichen Validierungsstudien sind die hohen Koeffizienten der prädikativen Validität vermutlich auch auf diese direkte Kriterienkontamination zurückzuführen.