Neue Erkenntnisse aus der AC Studie

9
Dez

Neue Erkenntnisse aus der AC Studie

AC-Studie: mehr Verfahren – weniger Teilnehmer – Zielgruppe Nachwuchskräfte

Seit den Studien in den Jahren 2001 und 2008 stellt der Arbeitskreis Assessment-Center e. V. (AkAC) nun seine aktuelle Studie zur Verbreitung des Assessment-Centers in den deutschsprachigen Ländern vor. In diesem Artikel fassen wir die ersten wesentlichen Ergebnisse zusammen, die sich mit der Anwendungshäufigkeit von ACs und den Teilnehmeranzahlen befassen.

ac_anwendungDie Anwendung des ACs wächst weiter

Befragt wurden 125 Organisationen aus allen Branchen und in allen Größenordnungen. Davon geben im Vergleich zur Studie von 2008 mehr Unternehmen an, die AC-Methode einzusetzen. Der Anteil der Unternehmen, die mehr als 15 AC-Durchläufe p. a. durchführen, steigt von 27 % in 2001 und 43 % in 2008 auf 61 % im Jahr 2012. Auf die Frage, wie die Unternehmen den Stand der Anwendung sehen, gaben 55 % an, dass der Umfang der Anwendung zunimmt, während der Umfang von 34 % als gleichbleibend betrachtet wird. Als alternative Entscheidungsgrundlage zu einem AC wird von der Mehrzahl der teilnehmenden Unternehmen (63,5 %) das Interview genannt.

27 der 30 DAX-Unternehmen setzen die AC-Methode ein

Im Gegensatz zu anderen Studien ist es dem AkAC gelungen, eine Vollerhebung bei den DAX-30 Unternehmen durchzuführen. Die DAX-30 Unternehmen bilden einen Querschnitt der an der Börse gelisteten Top-Unternehmen. Die Erkenntnis: 27 der 30 großen DAX-Unternehmen setzen die AC-Methode ein, unter anderem auch Unternehmen wie Allianz, Bayer, Daimler, Deutsche Telekom, Lufthansa und Volkswagen. Auffällig ist, dass der Anwendungsgrad mit der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter steigt. Jedoch lässt sich auch festhalten, dass die Häufigkeit der Anwendung seit 2008 bei mittelgroßen Unternehmen kontinuierlich steigt.

ac_teilnehmerRückläufige Anzahl an Teilnehmern pro AC

Wenn auch mehr ACs durchgeführt werden, geht die Anzahl der Teilnehmer pro AC zurück. Während in 2001 lediglich 36 % der ACs sieben oder weniger Teilnehmer hatten, ist diese Zahl in 2012 schon auf 57 % geklettert. Passend dazu fällt die Anzahl der ACs mit acht oder mehr Teilnehmern von 64 % in 2001 auf 43 % in 2012.

Hälfte der AC-Verfahren für externe Bewerber

Mehr als 80 % der Unternehmen wenden ACs für externe Bewerber als auch für interne Mitarbeiter an. Im Vergleich zu 2008 ist dabei der Anteil der Verfahren für interne Mitarbeiter deutlich von 26 % auf 8,3 % zurückgegangen. Wenn man die konkreten Verfahren vergleicht, erkennt man, dass 47 % für die Personalauswahl (Schwerpunkt: externe Bewerber), 36 % zur Potenzialanalyse (Schwerpunkt: interne Mitarbeiter, aber nicht ausschließlich) und 16 % Entwicklungs-ACs durchgeführt werden. Lässt man die Entwicklungs-ACs außen vor und betrachtet die restlichen Verfahren, erkennt man, dass die Verbindlichkeit der AC-Anwendung hoch ist. Bei fast 70 % der Verfahren ist ein erfolgreicher Abschluss obligatorisch, um die Zielposition zu erreichen.

ac_zielgruppenWirft man einen Blick auf die Teilnehmer, ist schnell zu erkennen, dass die größte Gruppe von Nachwuchsführungskräften gebildet wird. Andere Gruppen, wie Trainees (15 %) und Führungskräfte (26 %) machen lediglich einen kleineren Anteil aus, während Nachwuchsführungskräfte mit 61,7 % die häufigste Zielgruppe bilden.

 

Quelle: Obermann, C., Höft, S. & Becker, J.N. (2012) AC-Studie 2012.